Bildungsstreik – Halle/Saale

Bildung revived!

Forderungen

 

Forderungskatalog der Studierenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Präambel
Wir, die streikenden Studierenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, haben uns selbstorganisiert, da die Misere der Bildungspolitik nicht länger hinnehmbar ist. Der Bologna Prozess ist gescheitert, alle  Bildungsinstitutionen sind chronisch unterfinanziert und die neue Qualität der Ökonomisierung verschärft nicht nur die Studienbedingungen, sondern greift massiv in die Lebenswirklichkeit ein!

Wir, die streikenden Studierenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, haben die von uns geschaffenen Freiräume an der Universität genutzt, um Kritik zu formulieren und Forderungen zu entwickeln, um auf Mängelverwaltung, Missstände und Ungerechtigkeiten im Bildungssektor und unsere Gesellschaft hinzuweisen und diese schließlich zu beseitigen. Das wir dafür Konventionen und Normen ignorieren müssen ist eine direkte Folge der einengenden und ausschließenden Bedingungen unter denen wir leben und gegen welche wir angehen. Jetzt ist die Zeit schweren Schaden von unserer Gesellschaft und unseren  Lebensbedingungen abzuwenden. Die hier veröffentlichten Forderungen sind das Ergebnis unserer gemeinsamen Anstrengungen frei von parteipolitischer Einflussnahme, taktischem Kalkül und korrumpierender  Hierarchie. Mit diesen Forderungen wollen wir nicht unsere studentischen Privilegien verteidigen, sondern das Ende des Privilegs der Bildung für wenige wahr werden lassen.

 

an die Bundesebene:

 

  • Rahmenschaffende und finanzielle Verantwortungsübernahme
    • Kompetenzverschiebung in der Hochschulbildung zugunsten des Bundes oder zumindest im Rahmen der konkurrierenden Gesetzgebung und so die Möglichkeit eineseinheitlichen Standards über Art. 72 Abs. 2 des Grundgesetzes.
    • Damit einhergehend eine finanzielle Zahlungen an die Länder
  • Grundlegende Reform des Bachelor-/Mastersystems
    • Reformierungsforderungen: (siehe „Ba/Ma – das aller Letzte – Forderungen zur Reform der Studierdenen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg“)
  • Mitbestimmungsrecht
    • Partizipation der Zusammenschlüsse der Studierenden der Bundesländer an jeglichen bildungspolitischen Entscheidungsprozessen
    • Teilverfasste Studierendenschaften bundesweit
  • Verbesserung der Studiensituation
    • Möglichkeit für selbstbestimmte Schwerpunktsetzung im Studium
    • Für einen unkomplizierten Studierendenaustausch zwischen allen Universitäten
    • Abschaffung der Regelstudienzeit
    • Akkreditierung durch vom bundesbeschäftigte Akkrediteure
    • Abschaffung jeglicher Gebühren
    • Abschaffung der Modularisierung
  • Einführung eines Studienhonorars
  • Abschaffung der Exzellenzinitiativen
  • Integrative Hochschule (u.a. Barrierefreiheit)
  • Inklusive Hochschule – Reform des Bildungssystems -> Bildung für alle
  • Abschaffung von NC und anderen Zulassungsbeschränkungen
  • Keine Zwangsexmatrikulation

 

an die Landesebene:

  • Demokratiestärkung an der Hochschule
    • Erhalt des hochschulpolitischen Mandats der StuRä
    • Viertelparität im Senat
    • Mitbestimmung im Rektorat (studentischeR ProrektorIn)
    • Etablierung von Runden Tischen an allen Hochschulen
    • Keine Entmachtung des Senats durch Präsidentialuniversität

 

  • Ein aufgabenausfinanziertes Hochschulbudget
    • Anpassung der Hochschulfinanzierung an gestiegenen Betreuungsaufwand durch Ba/Ma-Einführung
    • Bemessung an realen Studierendenzahlen (51000 in LSA)
    • Focus bei der Bemessung des Haushalts auf die Aufgaben der Hochschulen, nicht auf die Ausgaben

 

an die Hochschulebene:

  • Verbesserung der Studiensituation
    • Möglichkeit für selbstbestimmte Schwerpunktsetzung im Studium
    • Abschaffung der Pflichtmodulle -> Ausweitung des Modulangebotes
    • Für mehr Ausweichmöglichkeiten in den Modulen, um Überschneidungen zu vermeiden
    • Schaffung einer Qualitätsprüfung in allen Studiengängen – hinsichtlich der Studierbarkeit (Aus den Ergebnissen müssen gemeinsam mit den Betroffenen Verbesserungen geschaffen werden)
    • Entlassung der Studierenden durch weniger Prüfungen
    • Wiedereinführung von finanzierten, studentisch geleiteten Projekttutorien
    • die wöchentliche Abgabe von Exzerpten (o.ä.) darf keine Voraussetzung für die Teilnahme an den Klausuren sein
    • Kein uniinterner NC
    • Masterplätze für alle
  • Familienfreundliche Universität
    • Abschaffung von Anwesenheitszwang
    • Schaffung einer Kinderbetreuung
  • Solidarität
    • keine prekären Beschäftigungsverhältnisse an der Hochschule
    • aktiver Einsatz aller gegen Rassismus, Sexismus und jedwede andere Art von Diskriminierung